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Familie | 06/2021

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Ungetrübtes

Ungetrübtes Springvergnügen Werden Regeln beachtet, macht Trampolinspringen nicht nur Spaß, sondern trainiert auch Der Absprung vom Trampolin hoch in die Luft trainiert die Muskeln und macht zudem auch noch Trampolincheck: • Unbedingt kontrollieren, ob alle Sprungfäden noch intakt und nicht angerostet sind. • Ist das Trampolin im Boden eingebaut, sollte geprüft werden, ob die Bodenfreiheit noch ausreichend ist. • Fangnetzte auf Risse und Schäden kontrollieren. Das UV-Licht und die Witterung lassen das Material schnell altern. Spaß. Ein guter Zeitvertreib für Kinder und bewegungsfreudige Erwachsene, gerade in Corona- Zeiten. Damit das Springvergnügen ungetrübt bleibt, raten Orthopäden und Unfallchirurgen allen alten und neuen Jumperinnen und Jumpern zur Beachtung einiger Regeln. „Grundsätzlich fördert das Trampolinspringen die Stärkung der kindlichen Muskulatur und sorgt für einen guten Bewegungsausgleich. Aber ein Trampolin ist ein Sportgerät und kein Spielgerät. Daher muss man einige Dinge beachten, damit es nicht zum Unfall kommt“, sagt Michael J. Raschke, stellvertretender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). - 34 -

Gerade in Corona-Zeiten freuen sich Kinder, mit Freude ihre Kräfte auszulassen. Denn beim Trampolin steht der Spaß im Vordergrund – da denkt keiner an einen Unfall. Doch schnell ist er geschehen, besonders wenn Bewegungsroutinen noch fehlen. „Das Körpergefühl und das motorische Gedächtnis müssen nach der Pause erst wieder aktiviert werden. Man sollte sich daher in den ersten Tagen nur locker einspringen und vor allem vorher auch das Trampolin auf seine Sicherheit hin überprüfen“, sagt Robert Rödl, Vorsitzender der DGOU-Sektion Vereinigung für Kinderorthopädie (VKO). Denn ist die Ungeduld zu groß, kann der Riesenspaß schnell beim Arzt oder im Krankenhaus enden. Typischerweise sind die Ellenbogen sowie die Kopf-Nacken-Region verletzungsgefährdet. Neben Zerrungen und Prellungen können komplizierte Brüche auftreten, im schlimmsten Fall mit bleibenden Nervenschäden. Die Folgen eines zu übermütigen Auftakts kennt Peter Schmittenbecher, Vorsitzender der DGU-Sektion Kindertraumatologie nur zu gut: „Wir sehen häufig Prellungen und Verstauchungen am Hand- und Kniegelenk, ebenso Brüche an Armen und Beinen. Auch Gehirnerschütterungen und Verletzungen der Wirbelsäule treten immer wieder auf.“ Besonders kritisch wird die Situation, wenn zwei oder mehr Kinder gleichzeitig auf dem Trampolin springen, dann wird die Lage schnell unübersichtlich. „Wenn Kinder unterschiedlichen Alters gleichzeitig auf dem Trampolin springen, führt das leicht zum Katapulteffekt“, sagt der Leiter der DGOU-Sektion für Prävention Dr. Christopher Spering. „Durch das unterschiedliche Gewicht kommt es zu einer Dynamik, die das leichtere Kind mitunter unkontrolliert durch die Luft fliegen lässt. Damit solche Situationen nicht auftreten, gehören Babys und Kleinkinder nicht auf das Trampolin.“ 5 Trampolinregeln minimieren die Risiken: • Kinder sollten nur allein springen. • Gewagte Sprünge sind tabu. • Während des Springens nicht essen, um Zungenbisse zu verhindern. • Spielzeug oder Bälle gehören nicht aufs Trampolin. • Nach 5 Minuten sollte eine Pause eingelegt werden, Ermüdung führt zu unsicheren Sprüngen. Trampolinspringen stärkt die kindliche Muskulatur. Foto: iStockphoto.com / © Martinan - 35 -