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mach was! - Januar 2021

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Abschluss ohne Ball? Wie

Abschluss ohne Ball? Wie ihr das Ende eurer Schulzeit feiern könnt In den meisten Schulen gibt es für die Zeit nach den letzten Prüfungen einigermaßen feste Rituale: Irgendwann – und überraschend für den Rest der Schulgemeinschaft – gibt es einen Abschlussstreich. Dann kommt die Übergabe der Abschlusszeugnisse in feierlichem Rahmen. Und dann der Abschlussball. Doch wie läuft das, wenn Pandemie ist? Die „mach was!“-Redaktion mit Fakten und Tipps. mach was ! DAS ERSTE MAL mit Einschränkungen. Grundsätzlich gilt: Zeugnisausgaben sind Veranstaltungen der Schule und entsprechend wird für sie im Sommer gelten, was auch für andere Schulveranstaltungen gilt. Wahrscheinlich können sie stattfinden, gegebenenfalls mit weniger Teilnehmern und Gästen als in einem „normalen“ Jahr. Im Sommer 2020 war es in Sachsen auch erlaubt, Schulabschluss-Veranstaltungen außerhalb des Schulgeländes durchzuführen – allerdings galten dann zumeist örtlich bedingte Auflagen, beispielsweise eine bestimmte Zahl an Gästen. Auch spezielle Hygienekonzepte mussten entwickelt werden. Wie ist die Lage? Wie die Pandemie-Lage im Frühsommer sein wird, wagt im Moment niemand vorherzusagen – zu viele Faktoren spielen dort mit hinein: Wie lang muss der Winter-Lockdown durchgehalten werden? Wie hoch werden die Inzidenzraten sein? Wie viele Menschen sind schon geimpft? Deswegen ändern sich auch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie regelmäßig – und damit die Vorgaben, was erlaubt ist und was nicht. Trotzdem kann man in den Abschlussjahrgängen aus ein paar Erfahrungen aus dem ersten Pandemie-Sommer zurückgreifen und seine Planungen entsprechend anpassen: Nach exponentiellem Wachstum der Infektionszahlen und daraus resultierenden größeren Kontaktbeschränkungen im Frühjahr 2020 erholte sich die Lage nach Ostern. Einerseits wirkte sich der Lockdown positiv aus, andererseits die Tatsache, dass sich Menschen vor allem draußen aufhielten, sobald es wärmer wurde. Auf ähnliche Effekte kann man auch in diesem Sommer hoffen, verstärkt noch durch zunehmend mehr Impfungen. Entsprechend sollten – den Erfahrungen aus dem Vorjahr folgend – mit zunehmendem Sommer immer weniger Beschränkungen gelten. Allerdings ohne Garantie. Was passiert mit Feierlichen Zeugnisausgaben? Zeugnisausgaben waren auch im ersten Pandemie-Jahr möglich, wenn auch Gelten Abitur- und Abschlussbälle als Schulveranstaltungen? Im Regelfall gehören solche Bälle zur Schultradition, sind aber keine „echten“ Schulveranstaltungen – die Durchführung erfolgt meist in privatem Rahmen, beispielsweise durch eine Arbeitsgruppe von Schülern, die im Auftrag des Abschlussjahrgangs agiert. Deswegen gelten hier auch nicht die gleichen Regeln wie für andere Schulveranstaltungen, sondern die Vorgaben für private Feiern. Das wird wohl auch 2021 so sein: Im letzten Schuljahr hatte das Sächsische Kultusministerium Schulen dazu angehalten, „von Veranstaltungen in schulischer Verantwortung abzusehen“. Ein Ausweichen auf die Schule als Veranstalter war also nicht gern gesehen. 92

mach was ! DAS ERSTE MAL Welche Beschränkungen gelten für Privatveranstaltungen? Da sich im Herbst und Winter vor allem private Veranstaltungen wie Geburtstage, Hochzeiten oder Beerdigungen als Superspreading-Events – Ereignisse mit besonders hoher Ansteckungsgefahr – erwiesen haben, muss man wohl mit längeren Beschränkungen für Privatfeiern – und damit auch für Abschlussfeiern oder -bälle – rechnen. Das heißt einerseits: Je später im Sommer ihr eure Sause plant, desto geringer werden die notwendigen Beschränkungen ausfallen. Andererseits bedeutet dies auch: Egal, wann ihr feiern wollt – es wird wahrscheinlich Auflagen geben. Beispielsweise bei der Gästezahl, bei notwendigen Hygiene maßnahmen oder auch in punkto Alkoholausschank oder Ende der Feier könnten Beschränkungen oder Verbote durch die Behörden erfolgen. Wie soll man den Abschlussball planen? Das ist tatsächlich in diesem Jahr nicht ganz so einfach, da unklar ist, welche Auflagen wann und wo gelten. Grundsätzlich gilt: Je später im ersten Halbjahr, desto besser. Draußen ist besser als drinnen. Und: je weniger Gäste, desto sicherer könnt ihr euer Event auch durchziehen. Vielleicht ist es also besser, über eine Gartenparty nachzudenken, nicht über einen Ball in der Turnhalle oder im Festsaal? Vielleicht solltet ihr lieber über mehrere kleine Events nachdenken als über ein großes – also kein gemeinsamer Ball mit der Nachbarschule, sondern jede Schule für sich allein? Vielleicht plant ihr euren Ball auch gleich fürs nächste Jahr, also für den Sommer 2022 – und da dann gleich als erstes großes Wiedersehen und Klassentreffen, nachdem es euch in alle Winde verstreut hat? Neben diesen „Ausweich-Varianten“ könnt ihr auch über eine Party mit mehreren „Eskalationsstufen“ nachdenken. Ein kleines Event bei strengen Auflagen, wenn es etwas lockerer sein darf, wird eine Band dazugebucht, wenn alles erlaubt ist, ladet ihr die ganze Stadt ein? Das ist ja alles unkalkulierbar… Leicht ist es nicht, aber möglich. Wichtig ist, dass ihr einen Plan mit mehreren Varianten macht. Im Zweifelsfall solltet ihr erst mal etwas kleiner denken. Und dann ausbauen, je nachdem, was erlaubt ist. Holt euch für alle Varianten auch die Zustimmung aus eurer Jahrgangsstufe ab, damit alle zu jeder Zeit wissen, was auf sie zukommt – auch finanziell. Schließlich wollt ihr am Ende genügend Eintrittskarten verkaufen oder verteilen, damit eure Abschlussfete kein finanzieller Reinfall wird. Und wenn doch alles abgesagt werden muss? Das ist unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Trotzdem solltet ihr auf diesen Fall unbedingt vorbereitet sein. Das gilt vor allem für Verträge mit möglichen Dienstleistern – also mit der Location, in der ihr feiern wollt, der Band oder dem DJ, die für die Musik sorgen, mit dem Getränkelieferanten oder einem Party-Fotografen. Im Verbraucherrecht ist geregelt: Bezahlen muss man nur für Leistungen, die man in Anspruch nimmt. Wenn also behördlich bedingt etwas abgesagt wird, müsst ihr eigentlich nichts bezahlen. Die Fairness gebietet es aber, solche Vereinbarungen im Vorhinein mit euren Dienstleistern vertraglich festzuhalten. Geklärt werden sollte, was mit eventuellen Vorauszahlungen und Anzahlungen passiert, welche Kosten gegebenenfalls auf euch zukommen, bis zu welchem Tag ihr selbst noch etwas absagen (oder auch dazubuchen) könnt, ohne, dass euch Kosten entstehen. Wenn ihr die Verträge ordnungsgemäß – und das heißt: schriftlich! – abschließt, kennt ihr auch eine mögliche Mindestsumme, die ihr bezahlen müsst, auch wenn nichts stattfinden darf. Klärt in der Jahrgangsstufe oder im Klassenverband, wer welchen Teil davon übernimmt. Denn nichts ist schlimmer als der Fall, wenn jemand ganz viel Arbeit in eure gemeinsame Party investiert – und am Ende auch noch dafür blechen muss. Text: vtz mit juke, Fotos: shutterstock, adobestock 93 DIE TIPPS IN KURZFORM: 1. Lieber etwas später feiern – im Sommer sind die Auflagen wahrscheinlich etwas weicher. 2. Lieber draußen als drinnen – denn im Freien ist die Ansteckungsgefahr geringer. 3. Lieber etwas kleiner denken – das macht die Durchführbarkeit wahrscheinlicher. 4. In mehreren Varianten planen – damit eine auf jeden Fall durchgeführt werden kann. 5. Absage mit Dienstleistern regeln – damit am Ende niemand auf den Kosten sitzen bleibt.