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mach was! - September 2021

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Text: sah, Fotos: adobe stock Die Qual der Wahl Wie du dich für den richtigen Beruf entscheidest So viele Möglichkeiten und am Ende kannst du doch nur eine Ausbildung machen... Doch vielleicht passen einige Neigungen auch eher ins Hobby? Die „mach was!“-Redaktion hat fünf Ansätze zusammengetragen, die dir deine Entscheidung leichter machen können. Was will ich werden? Diese Frage treibt nicht nur Schulabgänger*innen um. Zu Recht, schließlich wirkt sich die Entscheidung auf das ganze Leben oder zumindest auf die nächsten Jahre aus. Was, wenn mehrere Interessen verschiedene Möglichkeiten zeigen? Was, wenn kein Berufsbild wirklich passt? Keine Angst: Keine Entscheidung ist in Stein gemeißelt, auch in späteren Jahren können Menschen noch ohne Probleme ihren Beruf wechseln. Und einige Methoden geben dem Bauchgefühl stichhaltige Fakten an die Hand, die die Wahl des Ausbildungsplatzes oder auch des Studienfaches erleichtern können. mach was ! AUSBILDUNGSMARKT 1. Testen durch Tun Einfach machen – dabei handelt es sich um die vermutlich sicherste Methode, ein Gespür für den Beruf zu bekommen. Denn wo lernt man dessen Besonderheiten, Chancen und auch Tücken besser kennen als am Fließband neben den Kolleg*innen oder im Büro. Praktika für Schüler*innen sind vorgesehen und können genau für diesen Zweck genutzt werden. Aber auch in den Ferien öffnen viele Arbeitgeber*innen gerne für einige Tage die Türen ihrer Einrichtungen und Werkhallen. Tipp 1: Geh mit den Kolleg*innen vor Ort Mittagessen, trink mit ihnen gemeinsam Kaffee. Dort sprechen sie freier, erzählen Anekdoten und du kannst Fragen stellen – etwa, wie sich der Beruf eigentlich auf das Leben der Arbeitenden auswirkt. Tipp 2: Übrigens eignen sich auch Ferienjobs hervorragend, um einen Einblick in die Abläufe vor Ort in den Kliniken, Verwaltungen oder Werkhallen zu erhaschen – netter Bonus: es gibt Geld. 3. Ideal und Wirklichkeit Dass Tierärzt*innen und Pflegende mit den Tieren nicht nur tagein tagaus kuscheln können, sollte bekannt sein – aber schafft man es denn tatsächlich, einen lebenden Körper aufzuschneiden, um ihn zu operieren? Brot backen macht Freude, aber allzu frühes Aufstehen nicht? Wunsch und Wirklichkeit gehen bei vielen Berufen nicht unbedingt Hand in Hand, zumal Filme, Serien und Medien überhaupt nicht immer ein realistisches Bild vermitteln. Unser Tipp: Mach eine Liste, was genau du gerne tun willst und dann schau nach, ob das im jeweiligen Beruf überhaupt eine Rolle spielt und ob nicht sogar ein anderer besser dazu passen würde. Generell gilt aber: Wenn eine Arbeit nur reines Vergnügen bietet, gilt sie meist als Hobby und wird nicht so gut bezahlt. 16

5. Gibt‘s das überhaupt? mach was ! AUSBILDUNGSMARKT 2. Fragebogen knows best Bist du ein Stadt- oder ein Landtyp? Eine Lerche oder eine Nachtigall? Magst du Menschen anfassen, lieber nur mit ihnen sprechen oder du hast eigentlich am liebsten ganz deine Ruhe? Eine Vielzahl von Fragebögen kann dich bei der Wahl deines Traumberufes unterstützen. Die Bögen, meist handelt es sich dabei um Multiple-Choice-Tests, fragen deine Vorlieben, Stärken und Schwächen ab und schlagen dir dann passende Berufsbilder vor. Wichtig ist dabei vor allem Ehrlichkeit. Die Tests dienen allein deiner Orientierung, du musst damit niemandem etwas beweisen. Es ist zum Beispiel nicht uncool, gerne zu lernen oder mit Zahlen zu arbeiten – im Gegenteil. Und falls das nicht alle deine Freunde so sehen sollten: der Test geht ausschließlich DICH etwas an. Wer weiß, vielleicht ergibt sich dadurch ja eine ganz neue Perspektive, an die du bislang noch gar nicht gedacht hast. Tests findest du zum Beispiel unter: www.ausbildung. de/berufscheck und www.arbeitsagentur.de/bildung/ ausbildung/welche-berufe-passen 4. Das Wissen der anderen Kennst du jemanden, der jemanden kennt, der dich an jemanden vermitteln kann, der im Metier arbeitet? Dann scheu dich nicht, mit dieser Person ins Gespräch zu kommen. Denn diese Menschen wissen am besten, wie es sich anfühlt, Montagen im Ausland durchzuführen, in einem Großraumbüro zu arbeiten, Menschen Spritzen zu geben oder ein Computerspiel zu programmieren. Im Rahmen dieser Unterhaltung kannst du auch gleich noch Tipps und Kniffe abgreifen, die dir bei der Bewerbung helfen könnten – außerdem wissen die Fachmenschen meist auch ziemlich gut Bescheid, welche Betriebe und Firmen gut mit ihren Azubis umgehen und welche nicht – oder legen sogar im eigenen Unternehmen ein gutes Wort für dich ein. Wenn du dir dann selbst klar geworden bist, in welche Richtung dein Weg gehen sollte, kommt die nächste Etappe: die Suche nach einem Ausbildungsplatz. Vorsicht: diese Etappe könnte alle vorherigen Überlegungen über den Haufen werfen. Denn was nützt die coolste Ausbildung, wenn sie irgendwo stattfindet, wo du sie nicht erreichen kannst – etwa, weil du keinen Führerschein hast oder zuhause nicht ausziehen möchtest. Daher lohnt es sich, frühzeitig über mögliche Rahmenbedingungen nachzudenken. Also: Bist du bereit, in eine eigene Wohnung zu ziehen? Wirst du sie dir überhaupt leisten können? Gleichzeitig gibt es auch nahe dem eigenen Wohnort oft attraktive Angebote, auch wenn sie vielleicht vom Berufswunsch leicht abweichen. 17