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mach was! - September 2021

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Fortsetzung von Seite 35

Fortsetzung von Seite 35 mach was ! TITELINTERVIEW ? Wo wollten Sie eigentlich zum Beginn Ihrer Karriere hin – Berlinale? Hollywood? Gab es Vorbilder? Ein konkretes Vorbild, dem ich nachgeeifert habe, gab es nicht, und ehrlich gesagt war ich auch nie eine Schauspielerin, die unbedingt nach Hollywood oder der neue deutsche Shootingstar werden wollte. Für mich war immer der Weg das Ziel und ich wollte spielen. Ich habe immer auf spannende Rollen gehofft, an denen ich wachsen kann, und bin dabei meinem Gefühl gefolgt. Ich habe auch heute nicht den Plan, in fünf Jahren an einem bestimmten Punkt zu sein. Ich habe ein tiefes Vertrauen, dass es gut für mich weiter gehen wird. ? Woher nehmen Sie diese Zuversicht? Das ist meine Einstellung zum Leben. Ich gebe jeden Tag mein Bestes, ich liebe meinen Beruf. Daher möchte ich jungen Menschen auch mit auf den Weg geben, dass man das, was man tut, mit jeder Faser seines Herzens und Körpers tun sollte. Dann verschwimmen die Grenzen zwischen Freizeit und Arbeit – dann macht das alles große Freude. ? Und wenn es das eben nicht tut? Dann sucht diesen Zustand. Es kann doch erfüllend sein, eine Hürde gemeistert zu haben, und wohltuend, Anstrengungen überstanden zu haben. An Niederlagen können wir nur wachsen und sie gehören zu jedem Berufsleben. Daher kann ich nur sagen: Freut euch über jedes Tal, was da kommt! Wenn man seine Träume lebt, dann lebt man ein erfülltes Leben. ? Wenn man sich Ihre Biografie anschaut: Ihre Fernsehproduktionen, Ihre Arbeit mit als schwierig geltenden Regisseuren oder auch an Theatern, die viel abverlangen: Das klingt doch eher nach harter Arbeit – und Sie empfinden das dennoch als Vergnügen? Natürlich! Ich gewinne doch unglaublich viel, lerne viel über mich selbst. Gewinne an Mut, Stärke und Selbstvertrauen. Ich kann nur raten: Macht Erfahrungen, verlasst eure Komfortzone! Wenn ich immer nur mit angezogener Handbremse fahre, weiß ich nicht, ob ich das Leben in seiner ganzen Fülle ausschöpfen kann. ? Aber warum dann Fernsehproduktionen und nicht Netflix und Hollywood? Das kann doch alles noch kommen. Außerdem habe ich drei Kinder bekommen in den letzten sechs Jahren. Die sind alle noch sehr klein. Dass ich als Frau und Mutter von drei Kindern überhaupt noch arbeiten kann, darüber bin ich sehr froh. Ich bin auch sehr gerne Mama und freue mich, Zeit für meine Kinder zu haben – und Fernsehproduktionen machen das möglich. ? Ihr Mann ist ja auch Regisseur – wie teilen Sie die Care-Arbeit? Wir wechseln uns immer ab. Einer ist immer bei den Kindern und wir müssen uns gut organisieren und absprechen. ? Und neben Familie und Job sind Sie auch noch Botschafterin des Erzgebirgskreises? Schon seit 2012 – ich führe das Amt schon seit fast zehn Jahren aus. ? Welche Aufgaben gehören dazu? Vor allem repräsentative. Ich werde ja in fast jedem Interview darauf angesprochen und erzähle dann gern von der Region. Ich bin sehr heimatverbunden und das spürt man. Dadurch mache ich Werbung für die Region. ? Doch gerade die Menschen im Erzgebirge machen doch immer wieder mit Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam. Stichwort: Coronaleugner*innen, Rechtsradikale. Wie ist es denn für Sie als progressive Wahlberlinerin, für diese Menschen einzustehen? Vielleicht bin ich dann einfach die Gegenströmung. Alles, was Sie aufgeführt haben, sehe auch ich kritisch und positioniere mich ganz klar dagegen. Ich kenne aber viele Menschen, die nicht zu diesen Kreisen gehören. Es braucht eben Stimmen wie diese und meine, die sagen: „So nicht! Und trotzdem ist unsere Region großartig und hier leben wunderbare Menschen!“ Ich bin dafür, dass man miteinander ins Gespräch kommt, Vorurteile abbaut und nicht alles gleich verurteilt oder abstempelt. ? Botschafterin ja, aber hier leben, nein danke? Können Sie sich denn vorstellen, wieder im Erzgebirge zu leben? Privat stellt sich mir diese Frage leider nicht, da ich mit einem waschechten Berliner zusammen bin. Den kriege ich nicht so leicht aus der Stadt weg. Ich kompensiere das aber, indem ich mit den Kindern fast jeden Monat für mehrere Tage im Erzgebirge bin, bei meinen Eltern. ? Aber sonst wäre es eine Überlegung wert? Ja. Es ist wirklich schön und ich bin gerne hier. ? Und nun vertreten sie die Region auch noch vor der Kamera – im Erzgebirge. Sie spielen mit der Försterin Saskia Bergelt eine studierte junge Frau, die in der Region geblieben ist. Was macht denn Ihre Rolle aus? Diese Frau ist sehr loyal, die Mutter ist bei einem Unfall ums Leben gekommen und sie will den Vater nicht alleine lassen. Nun ist sie in einem Konflikt, denn ein Teil von ihr sehnt sich nach mehr und will die Welt sehen. Dennoch tritt sie in die Fußstapfen des Vaters und macht das Beste draus. Wenn es dann einen Kriminalfall in ihrem Revier gibt, dann kann sie nicht anders, dann muss sie aktiv werden, bis der Fall gelöst ist. ? Spielen Sie eine emanzipierte Frau? Ja, unbedingt. ? Sie sprechen im Film aber nicht mit echtem Erzgebirgsdialekt? Nein, es ist eine reduzierte Form. Das ist auch redaktionell ausdrücklich so gewünscht. Es geht um die deutschlandweite Verständlichkeit. Das wäre sonst komplett lächerlich. ? Warum? Weil meine Spielpartner mir ja hochdeutsch antworten. Jedoch habe ich es geschafft, die erste Sympathieträgerin mit sächsischem Dialekt im Fernsehen zu sein. Das ist doch schon mal eine Errungenschaft. Der Film soll ja überregional geschaut werden und sprachlich verständlich sein. Da darf es eben nur die reduzierte Dialektform sein. Denn wenn ich breit spreche und der Uhlig und der Drechsel antworten mir in Hochdeutsch, da sie diesen Dialekt nicht beherrschen. Ich finde es schade, dass es da trotzdem so viel Kritik gibt. ? Können Sie Ihr ursprüngliches Erzgebirgisch denn noch sprechen? Klar, ich kann switchen – mit meinen Eltern spreche ich ja auch nicht hochdeutsch. Frau Weißbach, wir danken für das Gespräch. Interview: sah, Fotos Interview: mch (3), Foto Hintergrund: stock.adobe.com/©bajo57 36

Beruf? ... was mit Menschen! mach was ! CHEMNITZ Du bist auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz? www.sozialakademie-sachsen.de schulgeldfrei Foto:©Daniel Ernst - stock.adobe.com STAATLICH ANERKANNTE/R ERZIEHER/IN (m/w/d) STAATLICH ANERKANNTE/R Vollzeit oder Teilzeit möglich Vollzeit oder Teilzeit möglich HEILERZIEHUNGSPFLEGER/IN (m/w/d) STAATLICH GEPRÜFTE/R SOZIALASSISTENT/IN (m/w/d) STAATLICH GEPRÜFTE/R KRANKENPFLEGEHELFER/IN (m/w/d) SSA - Sächsische Sozialakademie gemeinnützige GmbH · Altchemnitzer Str. 60 · 09120 Chemnitz Tel. 0371 410579 · Fax 0371 441773 · www.sozialakademie-sachsen.de · ausbildung@sozialakademie-sachsen.de Ausbildung inSachsen DEINE BILDUNG —DEINE ZUKUNFT Ausbildung inSachsen DEINE BILDUNG —DEINE – ZUKUNFT schulgeldfrei ■ Ergotherapie ■ schulgeldfrei Pflegefachfrau/-mann ■ Erzieher ■ Physiotherapie ■ FOS für Gesundheit Ausbildung und Soziales ■ inSachsen Podologie ■ Heilerziehungspflege ■ Sozialassistent DEINE BILDUNG —DEINE ZUKUNFT ■ Krankenpflegehilfe Döbeln, in Planung, ab 2022 ■ Masseur / medizinischer Bademeister schulgeldfrei Sozialpflegeschulen Heimerer | info@heimerer.de | www.heimerer.de Döbeln Lernen und Arbeiten in der schönsten Dresden brAnche Leipzig Oschatz der Torgau WeLt! Zwickau Döbeln Freie Lehrstellen, Dresden Leipzigattraktive Oschatz Torgau Jobangebote Zwickau und Karrierechancen im Gastgewerbe findet ihr unter www.dehoga-sachsen.de/ karriere/ und facebook.com/ Dresden Leipzig Oschatz Torgau dehogasachsenyoungstars Döbeln Zwickau deHOGA Sachsen e.V. tharandter Straße 5 | 01159 dresden dehoga-sachsen.de | 0351 4 28 95 10 37